Meine Lorbeere-Pflanzen sehen einerseits zerfressen aus und andererseits scheinen sie einen Pilz zu haben. Könnte das eine mit dem andern etwas zu tun haben und was kann ich dagegen tun? Das dokumentierte Schadbild wird durch einen Befall vom Echten Mehltau verursacht. Auch wenn sich die meisten Echten Mehltaupilze auf der Blattoberseite mit einem weissen Pilzbelag zeigen, gibt es eine Reihe Ausnahmen. Hierzu gehört der Erreger des Echten Mehltaus an Kirschlorbeer und Portugiesischem Lorbeer, welcher auch sonst im Krankheitsbild einige Besonderheiten aufweist. Zu erwähnen ist, dass die Schadbilder an den verschiedenen Lorbeer- resp. Prunus-Arten unterschiedliche aussehen: Die Symptome sind sehr wirtspflanzenspezifisch. Meist zeigen sich an den jungen Kirschlorbeerblättern Aufwölbungen der Blattoberseite, wobei die Blätter auch teilweise eine nur einseitige Krümmung besitzen. Betroffen sind fast ausschliesslich junge Blätter. Ausgereifte, ältere Blätter bleiben von derartigen Infektionen eher verschont. Die Infektion erfolgt bei feuchter Witterung über die Blattunterseite, wodurch einzelne Zellen des Blattgewebes absterben. Das umliegende Gewebe wächst jedoch unbehelligt weiter, sodass sich als Folge ein ungleiches Wachstum zeigt, welches zu Blattwölbungen, braunen Flecken und unregelmässiger Lochbildung durch Aufreissen der Schadflecken führt. Auf der Blattunterseite das weissliche Pilzmyzel des Mehltau offensichtlich. Durch alle Pflanzenschutzmassnahmen lassen sich ausschliesslich gesunde Blätter vor einem Befall schützen. Bereits befallene Blätter können nicht "heilend" kuriert werden. Daher kann nach einem Befall ausschliesslich der Rückschnitt aller befallenen Pflanzenteile empfohlen werden. Erst der frische Austrieb könnte dann mit Pflanzenschutzmitteln vor einem Neubefall geschützt werden, falls die Witterungsbedingungen einen Solchen wiederum begünstigen sollten. Diese Behandlungen müssten jedoch wöchentlich vorgesehen werden, was keinen Sinn macht. Daher verzichtet man auf vorbeigende Behandlungen und zählt darauf, dass sich die Witterungsbedingungen nach dem frischen Austrieb verändert haben werden. Wichtigste vorbeugende Massnahme ist jedoch die optimale Wahl des Schnittzeitpunkts. Da ausschliesslich junge Blätter infiziert und geschädigt werden, sollte ein Rückschnitt im Sommer (mit der damit verbundenen Neubildung von Blättern) unterbleiben und auf den Herbst oder das zeitige Frühjahr verlegt werden.