Im Boden meines Gartens finde ich sehr viele Tausend- und Hundertfüssler, wahrscheinlich wegen dem vielen Kompost, der durch grosse Laubbäume anfällt und im Garten verteilt wird, sowie durch das Totholz der alten Bäume. Aber ich entdecke die Tausendfüssler sehr oft auch in Blumenkistchen und Töpfen, wo sie die feinen Wurzeln meiner Pflanzen anfressen. Wenn die Pflanze welkt, ist es für eine Rettung meist schon zu spät. Der vermutete Übeltäter, der Tausenfüssler, entwischt dann sehr schnell, wenn ich nachschaue, was der Pflanze wohl fehlt. Obwohl die Tausendfüssler als Nützlinge beschrieben sind, verhalten sie sich bei mir in den Blumentöpfen eher wie Schädlinge. Auch meine Rosen haben sie geschädigt: Nur noch die Pfahlwurzel blieb übrig, die feinen Würzelchen waren abgefressen. Was kann ich tun, ohne den ganzen Boden zu vergiften? Tausendfüssler ernähren sich am liebsten von abgestorbenem – beziehungsweise am Absterben begriffenen – organischem Material. In Töpfen kann dieses manchmal knapp werden, was die Tiere dazu nötigt, auch an lebenden Wurzeln zu knabbern. Allerdings ist das nicht ihre bevorzugte Nahrungsquelle. In den meisten Fällen ist die eigentliche Ursache für das Pflanzensterben Wasser. Oftmals liegt es an zu feuchter Erde, was die feinen Saugwurzeln faulen lässt – und genau diese werden dann von den Tausendfüsslern verwertet. Sie übernehmen also eher die natürliche Rolle der «Abfallbeseitiger» im Wurzelbereich. Wenn du die Pflanzen etwas trockener hältst, desto kräftiger bilden sich ihre Saugwurzeln aus und desto weniger behaglich fühlen sich die Tausendfüssler. Das ist die einfachste und nachhaltigste Methode, um die Tiere in Schach zu halten. Falls sich im Hochbeet oder in den Gefässen dennoch zu viele dieser Bodenbewohner tummeln, kannst du punktuell mit Kieselgur (auch Diatomeenerde genannt) arbeiten. Es reduziert die Population auf natürliche Weise.