Seit drei Jahren bekommen die Blätter unserer drei Quittenbäume braune Flecken. In einigen Blättern sind auch Löcher – das sieht nach Frass aus. Auch die Früchte waren in den letzten Jahren betroffen. Was könnte die Ursache sein? Und lässt sich etwas dagegen unternehmen? Braune Flecken an Quittenblättern und -früchten deuten oft auf Pilzkrankheiten hin. In Frage kommen die Blattbräune (Diplocarpon) oder die Marssonina-Blattfleckenkrankheit. Typisch sind zuerst kleine, dunkelrote Punkte auf den Blättern, die später ineinanderfliessen und sich braun bis schwarz verfärben. Besonders gut sichtbar ist das auf der Blattunterseite. Bei starkem Befall können auch auf den Früchten schwarze, krustige Flecken auftreten. Der Pilz überwintert an den Zweigen und im abgefallenen Laub. Ist der Baum stark befallen, verliert er vorzeitig seine Blätter und der Ertrag wird gemindert. Zur Vorbeugung ist daher wichtig, im Herbst das befallene Laub und die Früchte zu entfernen und zu vernichten. Auch ein Auslichten der Krone im Winter hilft: Ist sie winddurchlässiger, trocken die Blätter nach Regen schneller ab und die Pilzsporen können sich schlechter ansiedeln. Wie sehr der Baum befallen wird, hängt stark vom Wetter ab: Je regnerischer und kühler, desto grösser das Risiko. Und hier liegt das Problem – ausgerechnet bei Regen wirkt der Pflanzenschutz schlecht, da er abgewaschen wird. Wer dennoch aktiv werden möchte, kann ab dem Austrieb wöchentlich mit Brennnesselauszug vorbeugend spritzen. Bei trockener Witterung bleibt der Befallsdruck eher bescheiden. Ganz verhindern lässt sich der Befall nicht. Manchmal hat man Glück, manchmal Pech: Die beste Strategie ist, mit dem Befall zu leben und zu verstehen, dass er von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausgeprägt ist.