Vor zwei Jahren haben wir einen Zwetschgenbaum gepflanzt. Bisher war er immer sehr schön, doch jetzt bekommen die Blätter plötzlich Löcher. Was kann dahinterstecken – und wie können wir helfen? Auch wenn man im ersten Moment denken könnte, Ursache des Schadens sein ein Schädling: In Wirklichkeit handelt es sich um eine Pilzkrankheit, den sogenannten Schrotschuss, verursacht durch den Pilz Stigmina carpophila. Er befällt vor allem Steinobstarten wie Zwetschgen, Pflaumen, (Zier-)Kirschen, Pfirsich, Mirabelle, Mandel oder Kirschlorbeer. Zuerst zeigen sich kleine, aufgehellte Punkte an den jungen Blättern, die sich nach einigen Tage rötlichbraun verfärben. Die Pflanze reagiert darauf mit einer Abwehrreaktion, mit der sie den Pilzerreger ausgrenzt. Als Folge löst sich das kranke, nekrotische Blattgewebe aus dem gesunden heraus. Das Blatt sieht aus, als sei es von einer Schrotschussladung durchlöchert worden. Das Laub vergilbt und es kommt zu einem vorzeitigen Blattfall. Später können sich auch an den Früchten schwärzliche, eingesunkene Punkte oder Flecken mit rotem Rand zeigen. Im weiteren Krankheitsverlauf verkrüppeln die Früchte, reissen auf und vertrocknen oder verfaulen. An den Trieben zeigen sich braune, rot umrandete Flecken von runder bis länglicher Form, aus denen Gummifluss austritt. Durch die Abwehrreaktion bilden sich an älteren Trieben krebsartige Gallen. Er übersteht Trockenheit und Kälte problemlos und schlägt bei feucht-kühlem Frühlingswetter so richtig zu, nachdem er an Trieben und Fruchtmumien überwintert hat. Besonders betroffen sind junge Blätter und Triebe – älteres Laub ist robuster, und ab Juli sind die Temperaturen für den Pilz nicht mehr ideal. Jedoch kommt es zur Infektion junger Triebe, die bis in den Herbst andauert, wobei der Pilz vor allem über die Ansatzstellen abgefallener Blätter eindringt. Vorbeugung ist schwierig: Wer konsequent vorbeugen will, müsste ab dem Austrieb wöchentlich mit Brennnesselauszug spritzen. Doch gerade bei Regen, wenn’s nötig wäre, wird der Schutz ständig wieder weggespült. Und wenn es trocken ist, sind Massnahmen kaum nötig. Darum gilt: Manchmal hat man Glück – manchmal Pech. Gönne dem Baum einen mutigen Vorsommerschnitt nach dem Befall. So entfernst du die am ärgsten befallenen Pflanzenteile, was die Pflanze zu einem frischen, gesunden Sommeraustrieb anregt. Auch eine Bodenverbesserung und das ausgewogene Düngen mit Spurenelementen stärken die Pflanze langfristig.