An meinem Aprikosenbaum welken einzelne Äste, als ob der Baum am Austrocknen wäre. Was ist das? Schlaffe Blätter und absterbende Äste, solche Welkesymptome kommen nicht nur bei Aprikosen, sondern auch bei Zwetschgen und Äpfeln vor. Speziell nach herausfordernden Witterungsbedingungen welken die Blätter an den betroffenen Bäumen. Einzelne Äste oder ganze Bäume zeigen Kümmerwuchs, hängendes Laub und können absterben. Selbst für Fachleute ist es äusserst schwierig, fundierte Ratschläge zu erteilen, wann solche Erscheinungen auftreten – es ist ein komplexes Thema! Viele pilzliche oder bakterielle Erreger von Gefässkrankheiten erzeugen sehr ähnliche Schadbilder. Häufig gibt es auch Mischinfektionen der verschiedenen Krankheiten – eine sichere Diagnose ist meist nur im Labor möglich, die aber oft zu spät für eine gezielte Bekämpfung kommt. Die Erreger der Welkekrankheit gelangen durch Frostrisse oder andere Verletzungen in den geschwächten Baum – meist im Herbst, wenn die ersten Fröste durch den Garten ziehen. Die zu diesem Zeitpunkt zahlreich auf der Baumoberfläche vorhandenen Bakterien nutzen kleinste Verletzungen, um in den Stamm einzudringen. Hier blockieren sie die Leitungsbahnen, vermehren und verbreiten sich. Als Folge kann die kranke Pflanze bei steigenden Temperaturen im Frühjahr nicht mehr genügend Wasser transportieren – Äste oder schlimmstenfalls der ganze Baum sterben ab. Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich. Von den ersten Krankheitssymptomen bis zum vollständigen Eingehen der Bäume können einige Monaten bis zu mehreren Jahren vergehen. Wird der Schaden an den oberirdischen Pflanzenteilen erst einmal sichtbar, ist es für Bekämpfungsmassnahmen meist zu spät. Manchmal sind nur einzelne Äste betroffen – das liegt daran, dass das Gehölz durch die gezielte Abschottung erkrankter Leitungsbahnen versucht, den Erreger an seiner Ausbreitung zu hindern. Aber ist der Stamm befallen, kollabiert der Baum in wenigen Wochen. Zu den häufigen pilzlichen Schaderregern gehören Phytophthora, Verticillium, Fusarium, Pythium, Thielaviopsis und der als Speisepilz bekannte Hallimasch (Armillaria). Sie befallen als typische Schwächeparasiten vor allem geschwächte Bäume und führen zu sehr ähnlichen Welke-Symptomen. Bei den Bakterien kommt noch die Fliederseuche (Pseudomonas syringae) hinzu. Daneben spielen manchmal auch pflanzenschädigende Viren eine gewisse Rolle. Sie sind jedoch wenig erforscht und nur schwer bestimmbar. * Externe Faktoren können Staunässe, Hangdruck, Schwankungen des Grundwasserspiegels (vor allem, wenn er hoch liegt) sein. Gleiches gilt für verdichteten, ungeeigneten Untergrund sowie luftundurchlässige, biologisch tote Erde im Wurzelbereich. Auch Hagelunwetter oder Windbruch können zu Verletzungen der Rinde führen. * Lange Trockenperioden und Wintertrockenheit sind Stressfaktoren, ebenfalls Frostschäden sowie Sonnenbrand an Stämmen und Ästen. * Speziell zur Alternanz neigende Sorten können sich bei übermässigem Fruchtbehang sehr stark verausgaben – was sie anfällig macht. * Schädlinge wie Borkenkäfer, Wanzen oder Zikaden können die Krankheiten übertragen. * Ein unfachmännischer Schnitt, der während der Vegetationszeit erfolgt, öffnet schädigenden Pilzen Tür und Tor. Auch zu tiefes Pflanzen ist ein Faktor, der einen Befall mit der Welkekrankheit begünstigt. Gleiches gilt für eine unausgewogene Nährstoffversorgung – sowohl was einen Überschuss als auch eine Mangelsituation betrifft. * Achte darauf, die Bäume eher hoch zu pflanzen. * Vernässter Boden? Dann ist eine Drainage notwendig. * Richte die Bewässerung umsichtig und vorausschauend aus. * Stelle das Düngen ab Juni ein. Die Bäume sollten im Herbst ihr Wachstum abgeschlossen haben. * Ein weisser Anstrich oder Gewebe schützen den Baum vor der Wintersonne und damit vor Frostschäden. * Durch übermässigen Fruchtbehang geschwächte Bäume sind im folgenden Winter anfälliger – überlege, ob du den Baum nicht von einem Teil der Früchte befreien willst. * Vermeide es, Stamm und Wurzeln des Baumes zu verletzen – speziell beim Rasenmähen oder bei der Nutzung eines Rasenkantenschneiders! Sind nur einzelne Äste betroffen, solltest du diese bis ins gesunde Holz zurückschneiden – allerdings hilft das wenig, wenn sich die Erreger bereits in der ganzen Pflanze eingenistet haben. Vermeide Schnittarbeiten während der Vegetationsruhe – besser ist es, die Gehölze im Frühjahr, in der abgehenden Blüte oder, im Fall von Aprikosen, nach der Ernte zu schneiden. Dann kann der Baum die entstandenen Wunden besser ausheilen. Alle Stärkungsmassnahmen auf Basis von Mikroorganismen helfen, die Abwehrkräfte der Pflanzen hochzufahren. Vor allem ältere und gestresste Bäume sind gegenüber Parasiten sowie pilzlichen Schaderregern anfällig. Eine Möglichkeit, die Pflanzen zu stärken und sie in der Wasser- und Nährstoffaufnahme zu unterstützen, ist eine Behandlung mit Avengelus Basic. Dieses Produkt beinhaltet den pilzlichen Nützling Trichoderma atrobrunneum. Er gehört zu den Schimmelpilzen und ist vor allem im Boden allgegenwärtig. Die einheimische Pilzart geht ähnlich wie Mykorrhiza-Pilze eine Verbindung mit den Wurzeln der Pflanzen ein. Dort produziert Trichoderma atrobrunneum verschiedene Substanzen, welche die Pflanze veranlassen, Botenstoffe zu produzieren. Diese aktivieren die Produktion von Abwehrstoffen – aber erst, wenn der Schaderreger aufgetreten ist. Dieser Vorgang wird auch Präimmunisierung genannt und ist eine pflanzliche Geheimwaffe, um sich gegen pilzliche Krankheitserreger sowie Schädlinge zu wehren. Durch die Anregung des Wurzelwachstums und die Symbiose zwischen Trichoderma atrobrunneum und der Pflanze wird das Wurzelnetzwerk vergrössert, was die Wasser- sowie Nährstoffaufnahme erhöht. Gleichzeitig ernährt sich Trichoderma atrobrunneum von Substanzen, die von den Pflanzenwurzeln ausgeschieden werden: Das Zusammenspiel ist also von gegenseitigem Nutzen. Sobald die Temperaturen über 12 Grad gestiegen sind, wird Trichoderma atrobrunneum aktiv und kann sich direkt der Unterstützung der Pflanze widmen. Um der Pflanze schnellstmöglich zu helfen, solltest du zu Beginn der Vegetationsperiode eine Behandlung und in den Sommermonaten mindestens drei weitere Behandlungen vornehmen.