Unser japanischer Fächerahorn sieht aus, als wäre er mit einer Art «Mehltau» überzogen, und die Blätter vertrocknen am Rand. Ist er krank? Können wir etwas dagegen tun? Dein Ahorn ist tatsächlich von Mehltau befallen. Wie stark sich der Befall entwickelt, ist je nach Witterung unterschiedlich ausgeprägt: In manchen Jahren ist es schlimmer, in anderen bleibt der Baum verschont. Zum Glück ist der Mehltau für den Ahorn kein ernsthaftes Problem – es ist eher ein ästhetisches Problem. Ob du etwas dagegen unternehmen willst, hängt davon ob, ob sich der Befall über mehrere Jahre immer wieder zeigt oder ob er erstmalig auftritt. Grundsätzlich raten wir aber immer zu vorbeugenden Massnahmen. Mehltaupilze sind auf ihre Wirtspflanzen spezialisiert: So befällt der Ahorn-Mehltau ausschliesslich Ahornbäume und keine Rosen oder andere Pflanzen. Aber je nach Witterungsbedingungen – hohe Luftfeuchtigkeit (nicht Regen!) und milde Temperaturen von 12 bis 20 Grad bei geringer Sonneneinstrahlung – ist bei den verschiedenen Pflanzen fast gleichzeitig mit einem Befall zu rechnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzen ist für die Entwicklung des Mehltaus kein flüssiges Wasser auf den Blättern nötig. Echte Mehltaupilze sind «Schönwetterpilze». Besonders häufig treten sie nach warmen, trockenen Herbsttagen mit starker Taubildung am Morgen auf. Erste Anzeichen zeigen sich manchmal schon beim Austrieb im Frühling. Auch der Mehltau hat eine Rolle im Ökosystem. Für manche Marienkäferarten – z. B. der Sechzehnfleckige oder der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer – ist Mehltau überlebenswichtig. Sie ernähren sich ausschliesslich davon. Gestärkte Pflanzen sind weniger anfällig. Aus der Erfahrung wissen wir, dass eine Stärkung im Frühjahr mit Kali-betontem Dünger hilft. Falls das nicht reicht, kannst du die Pflanzen zusätzlich mit geeigneten Stärkungsmitteln per Blattbehandlung unterstützen. Die Pflanzen reagieren aber nicht jedes Jahr gleich empfindlich. Gut möglich, dass sich dein Ahorn im nächsten Jahr kerngesund entwickelt und kaum Befall aufweist.