WÄHREND SICH DIE GARTENSAISON IM FREIEN LANGSAM IHREM ENDE ZUNEIGT, ZEIGT SICH DIE OKTOBERSONNE NOCHMAL VON IHRER BESTEN SEITE. BÄUME UND STRÄUCHER VERFÄRBEN SICH ROT UND GELB, IM GEMÜSEGARTEN LEUCHTEN ORANGE DIE KÜRBISSE – HOFFEN WIR AUF VIEL HERBSTLICHEN SONNENSCHEIN. DENN WIE EINE BAUERN-REGEL BESAGT: «OKTOBER-SONNENSCHEIN SCHÜTTET ZUCKER IN DEN WEIN». Langsam kehrt im Gemüsegarten Ruhe ein – aber deswegen muss man noch lange nicht auf frisches Gemüse verzichten. Wer ein Frühbeet oder ein freies Beet hat – kann frostunempfindlichen Winter-Lattughino, Nüsslisalat, Winterblumenkohl, Winterspinat, Winterportulak und Rucola pflanzen. MULCHEN NICHT VERGESSEN Abgeerntete Beete sollten Sie mulchen. Wenn Sie nächstes Jahr starkzehrendes Gemüse anbauen möchten, ist jetzt eine Gabe von «Meiers Stallmist» sinnvoll. BLUMENZWIEBELN ZUM VERWILDERN Jetzt kannst du Grundstein für einen bunten Frühling legen. Narzissen, Tulpen oder Krokusse wirken in Gruppen besonders eindrucksvoll. Wer seine Wiesen erst spät schneidet, kann auf verwildernde Zwiebelblüher setzen. Auch in pflegeextensive Staudenpflanzungen mit spät austreibenden Stauden sind sie perfekt platziert. Der Clou: Sie vermehren sich von selbst und brauchen kaum Pflege. Ihre Markenzeichen sind kleinere Blüten und ein eher niedriger Wuchs – und dass sie von Jahr zu Jahr mehr werden. Rasenflächen mit Blumenzwiebeln darfst du erst mähen, wenn das Zwiebellaub vergilbt ist, also etwa fünf bis sechs Wochen später als üblich. Diese 5 Blumenzwiebeln sind wunderbare Verwilderungs-Kandidatinnen: * Schneeglöckchen Galanthus ist einfach zauberhaft! Es verwildert durch Brutzwiebeln und Samen und ist ideal für halbschattige Lagen. * Elfenkrokus Crocus tommasinianus ist eher feuchtigkeitsliebend und sät sich leicht aus. Im Team mit Schneeglöckchen harmoniert er besonders gut. * Bulgarischer Zierlauch Nectaroscordum siculum besitzt auffällige, fast schon kuriose Blütenstände. Zum Glück versamt er sich gern. * Traubenhyazinthen Die anspruchslosen Muscari säen sich üppig aus und setzen tiefblaue Farbakzente. Bereits nach wenigen Jahren tauchen sie an den überraschendsten Stellen auf. * Hasenglöckchen Die lila Blütchen des Bluebells, wie man in England sagt, verzaubern Gehölzränder, Baumscheiben und Blumenwiesen. Besonders schön wirkt Hyacinthoides non-scripta als Partnerin zu Rhododendren. TIPP: LASAGNE-BEPFLANZUNG Möchtest du in den Genuss Pflanzgefässes kommen, das im Frühling ein buntes Blütenfeuerwerk entfacht? Bei der Lasagne-Bepflanzung werden Blumenzwiebeln in Schichten gepflanzt: Die grössten nach unten, die kleinsten nach oben. Dazwischen kommen Erdschichten für Nährstoffe. Wer obenauf Hornveilchen setzt, hat bereits im Herbst erste Farbtupfer. BLUMENZWIEBELN RICHTIG SETZEN Zwiebeln kommen etwa zwei- bis dreimal so tief in die Erde, wie sie hoch sind. Das musst du nicht peinlich genau mit dem Massstab nachmessen, denn viele Zwiebelblumen können ihre Lage im Boden mithilfe sogenannter Zugwurzeln selbst regulieren. Wichtig: Nach dem Pflanzen gründlich Angiessen, vor allem bei trockenem Boden – die Feuchtigkeit regt die Wurzelbildung an. Die spitze Seite der Zwiebel zeigt nach oben! NEMATODEN GEGEN DICKMAULRÜSSLER Jetzt ist die letzte Gelegenheit, um die Nematoden gegen Dickmaulrüsslerlarven zu giessen. Die relevanten Brutstätten findet man bei Moorbeetpflanzen, Beerensträucher wie Heidelbeeren, Fetthennen (Sedum) und Purpurglöckchen (Heuchera). Das Geheimnis für die erfolgreiche Behandlung liegt im Auffinden dieser Brutstätten - sie befinden sich nicht immer unter den Pflanzen mit den am ärgsten verfressenen Blättern. Somit lohnt es sich, wenn du vor dem Ausgiessen der Nematoden zuerst in der Erde nach den Larven suchst. Im Herbst kannst du natürliche Futtermittel wie Distelsamenkapseln sammeln oder die Köpfe von Sonnenblumen mit reifen Samen als Futterplatz anbieten – so gewöhnst du Nahrungsspezialisten an den Futterplatz. Entnehme aber nicht zu viel Futter aus der Natur, weil sonst den Wildvögeln die Nahrung ausgehen könnte. Beginne im Oktober mit der Fütterung und führe sie den ganzen Winter hindurch fort. So können sich die Vögel auf eine dauerhafte Nahrungsquelle verlassen – gerade bei starkem Frost ist das sehr wichtig! Die Hauptpflanzzeit für Obstbäume ist der Herbst. Eine Ausnahme machen nur die kälteempfindlichen Arten Pfirsich und Aprikosen. Containerware kann ganzjährig gepflanzt werden, weil die Wurzeln im Container mit der umgebenden Erde mitgepflanzt werden. Obstbäume lassen sich also pflanzen, solange der Boden nicht gefroren ist. In das Pflanzloch sollte am besten ein Gemisch aus Erde und Kompost gegeben werden, damit für ausreichend Nährstoffe gesorgt ist. Beim Wasser nicht sparen. Ist die Pflanzstelle richtig nass, wächst der Baum schneller an. Igel suchen jetzt ein Winterquartier – ein Asthaufen hilft! Erwachsene Igel ziehen sich oft zurück, bevor es richtig kalt wird. Jungtiere müssen mindestens 500-600 g wiegen, um zu überwintern. Begegnet dir ein Igel bei Kälte am Tag, könnte er verletzt oder zu leicht sein. Wer Vögeln und anderen Kleintieren auch in der kalten Jahreszeit einen reich gedeckten Tisch bieten möchte, pflanzt im Herbst als Futterquellen zudem heimische samen-beziehungsweise fruchttragende Gehölze oder Stauden. Das schafft einen bescheidenen Ausgleich zum Rückgang natürlicher Lebensräume und unterstützt die Biodiversität, sprich Artenvielfalt. Im Herbst macht es keinen Sinn, den Garten «aufzuräumen». Stängel von verblühten Stauden werden von Raupen oft als Verpuppungsort verwendet. Wo es nicht stört, kannst du einen Haufen Gestrüpp liegen lassen. Ein Haufen Altholz am Rande des Gartens ist ein perfekter Rückzugs- und Überwinterungsplatz für Ei, Raupe oder Puppe.