DIE TAGE WERDEN KÜRZER, DAS LICHT SANFTER – AN SONNIGEN NOVEMBERTAGEN LOHNT SICH EIN STREIFZUG DURCH DEN WALD. DIE NATUR HÄLT NOCH LETZTE SCHÄTZE BEREIT. WARUM NICHT EIN PAAR BLÄTTER, ZWEIGE UND FRÜCHTE MITNEHMEN UND DARAUS TISCHSCHMUCK ODER BLÄTTERGIRLANDEN ZAUBERN? IM GARTEN DEUTEN ALLE ZEICHEN AUF WINTERSCHLAF HIN, ABER EIN PAAR TÄTIGKEITEN SIND ZU ERLEDIGEN. Die meisten Beete sind nun leer – doch einige robuste Wintergemüse trotzen der Kälte. Und genau diese brauchen nun Schutz. Sobald der erste Frost vorbei ist, werden Rosen- und Federkohl sowie Lauch angehäufelt. Das schützt die Pflanzen und sorgt für einen milden Geschmack. Geerntet werden sie erst nach den Frösten – dann schmecken sie besonders aromatisch. Auch Chicorée, Winterblumenkohl und Winterkopfsalat freuen sich jetzt über ein schützendes Vlies. BLUT-AMPFER ERNTEN Im Winter kannst du den bis –20 Grad frostharten Blut-Ampfer (Rumex sanguineus) ernten. Seine hübschen, rot geäderten Blätter geben Wintersalaten Farbe und eine säuerliche Frische. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist mit dem Sauerampfer verwandt. Achtung im Sommer: Dann enthält sie mehr Oxalsäure – deswegen nur die jungen Blätter und nicht zu viele auf einmal essen. POWERKNOLLE Sie ist weniger bekannt als ihre Verwandte Topinambur, hat aber einiges zu bieten: die Sonnenwurzel (Helianthus strumosus). Das Wurzelgemüse aus Nordamerika erinnert vom Geschmack her an Schwarzwurzeln. Noch im Spätherbst blüht sie sonnenblumengelb. Die winterharte Pflanze ist anspruchslos, braucht aber viel Platz – mit ihrem üppigen Blattkleid kann sie bis drei Meter hoch werden! Die Knollen werden etwa so gross wie Kartoffeln und lassen sich, da frosthart, den ganzen Winter über ernten. Ob roh, beispielsweise in den Salat geraspelt, gekocht oder gebacken, köstlich sind sie immer. WAS TUN MIT LEEREN BEETEN? Kahler Boden? Nicht gut. Wind, Regen und Frost setzen ihm zu. Um das Erdreich zu schützen und als Massnahme gegen Beikräuter solltest du eine Mulchschicht ausbringen. Eine kuschelige Decke aus Herbstlaub, Häcksel oder Grasschnitt schliesst den Nährstoffkreislauf und verbessert den Boden. Auch eine Gründüngung bietet sich an. Sie lockert den Boden, reichert ihn mit Nährstoffen an und schützt vor Erosion. Gut geeignet sind zum Beispiel Senf, Raps, Lupinen, Ölrettich, Phacelia, Weidelgras, Inkarnat-Klee und Winterwicke. Auch Tannenreisig oder Vlies über dem Boden verlegt verhindern, dass der Wind den nährstoffreichen Humus fortträgt. KRÄUTER EINPACKEN Petersilie, Schnittlauch, Salbei, Currykraut, Oregano, Thymian, Pfefferminze und Lavendel können in der kalten Jahreszeit draussen bleiben. Kräuter in Kistchen oder Töpfen solltest du mit einem Schafwollvlies, Jutesack, Laub oder Tannenzweigen einpacken und an einen geschützten Ort stellen, etwa an der Hauswand unter einem Dachvorsprung. Nicht vergessen: Auch im Winter brauchen sie ab und zu Wasser, besonders nach Trockenperioden oder Dauerfrost. Sind die Töpfe zu schwer zum Umstellen, schützt eine zusätzliche Laubschicht zwischen Topf und Schafwollvlies vor Frost. Der endgültige Rückschnitt erfolgt erst im Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder milder sind. KÄLTEEMPFINDLICHE KRÄUTER ÜBERWINTERN Lorbeer, Rosmarin sowie Zitronenverbene im Topf sind kälteempfindlicher und sollten über den Winter nicht draussen bleiben. Der ideale Platz zum Überwintern ist der Keller oder die Garage, wo die Temperaturen nicht unter null Grad sinken, jedoch auch nicht über 12°C steigen. Ist beides nicht vorhanden, solltest du die Töpfe gut einpacken, um sie vor Frost zu schützen. WERTVOLLES HERBSTLAUB Wenn der Wind die letzten Blätter von den Bäumen geholt hat, bleibt oft ein riesiger Haufen zurück. Vom Rasen solltest du das Laub entfernen – hier kann es Fäulnis und vergilbte Gräser verursachen. Störend und sogar gefährlich kann Falllaub auf Wegen sein – also auch hier beseitigen. Doch wohin mit all den Blättern? In Stauden- und Strauchbeeten ist das Falllaub überaus willkommen: Es schützt vor Kälte und zersetzt sich zu wertvollem Humus. Bei wintergrünen Stauden gilt: Nicht zu hoch aufschichten, sie könnten sonst ersticken. LAUB-BOKASHI Aus Herbstlaub lässt sich wunderbarer Laub-Bokashi herstellen. Dazu gibst du die geschredderten, feuchten Blätter einfach in einen Eimer, fügst Gesteinsmehl und eine Lösung mit Effektiven Mikroorganismen dazu und verschliesst den Behälter luftdicht. Nach ein paar Monaten hast du ein nährstoffreiches Mulchmaterial, das eine Wohltat für die Gartenbeete ist.