MÖCHTEST DU DEINEN GARTEN MIT LEBEN FÜLLEN UND IGEL, ROTKEHLCHEN ODER HUMMELN AUS NÄCHSTER NÄHE BEOBACHTEN? MIT DIESEN EINFACHEN FÜNF MASSNAHMEN WIRD DEIN GARTEN ZUR WOHLFÜHLOASE FÜR DIE TIERWELT. Ein «aufgeräumter» Garten mag aus menschlicher Perspektive zwar ordentlich aussehen, ist für die Tierwelt aber nicht einladend. Igel und Co. brauchen artenreiche Wiesen, Hecken und verwilderte Ecken, wo sie Nahrung, Versteck und Nistmöglichkeiten finden. Deswegen: * Lass einen Teil deines Gartens einfach «wild» wachsen. * Räume den Garten erst im Frühling auf, damit Igel und andere Tiere die kalte Jahreszeit ungestört überwintern können. * Wenn auch deine Gartennachbarn mitmachen, umso besser! Denn so entsteht ein richtiges Netzwerk an Lebensräumen – das macht die Chance, dass sich Igel und Co. einfinden, sehr viel grösser. Gerade im Herbst und Winter brauchen Tiere Schutz vor Kälte und Feinden. Ein Ast- oder Laubhaufen ist schnell gemacht und ein Segen für Igel, Insekten oder Blindschleichen. Gerade junge Igel sind noch bis im Spätherbst unterwegs, um sich Winterspeck anzufressen – und in Sachen Behausung sind die stacheligen Sympathieträger gar nicht heikel. So geht’s: * Platziere das Igelhaus möglichst früh im Herbst an einer schattigen, ruhigen Stelle unter Büschen oder einer Hecke. * Richte den Eingang zur wetterabgewandten Seite aus (idealerweise Südost). * Fülle das Quartier anschliessend mit Stroh, damit es gemütlich wird. Wenn du es ganz genau wissen möchtest: Igelunterschlupf selber bauen Das Igelhaus dient als Tagesversteck und Winterquartier und wird vom Igelweibchen zwischen Mai und September als Wurfplatz genutzt. Auch vielen Insekten, Käfern und manch einer Blindschleiche bietet es einen sicheren Unterschlupf. Betonmauern, aber auch viele Zäune, zum Beispiel solche aus Maschendraht, die bis zum Boden reichen, sind für viele Tiere unüberwindbar. Eine Wildhecke aus heimischen Sträuchern ist die bessere Alternative. Sie bietet Unterschlupf für die nachtaktiven Tiere und dient als Jagdrevier. Wichtig: Halte zwischen Boden und Zaununterkante 10 bis 15 cm Platz oder schaffe Durchgänge von mindestens 10 x 10 cm, damit Igel und andere Kleintiere problemlos hinein- und hinausschlüpfen können. Ein vielfältig blühender Garten ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein Paradies für die Tierwelt. Die passenden Wildblumen, Stauden und Sträucher locken zahlreiche Schmetterlinge, Bienen und Hummeln an. * Achte darauf, dass der Mittagstisch schon früh im Jahr für die Insektenwelt gedeckt ist. Wichtige Frühblüher für Wildbienen und andere Insekten sind Krokus, Buschwindröschen, Leberblümchen, Schneeglöckchen oder Wiesenprimel. Wenn es bis tief in den Herbst reich und bunt in deinem Garten blüht, umso besser! * Wilde Gehölze wie Weiden oder Weissdorn sind die bessere Alternative zu unnützen Pflanzen wie Forsythien und Thujen. Die meisten Forsythiensorten bilden weder Pollen noch Nektar und sind deshalb für Bienen und Hummeln wertlos, und auch Thujen sind für die Insektenwelt uninteressant. * Das Grundprinzip lautet: Je bunter und vielfältiger es blüht, desto besser für die Tierwelt! Schädliche Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger sind für die private Anwendung nicht mehr im Handel erhältlich. Dies zu Recht, denn sie sachgerecht anzuwenden, dafür ist eine fundierte Spezialausbildung erforderlich. Damit die für Privatgebrauch zugelassenen Mittel noch mehr Erfolg bringen als die frühere “Chemiekeulen-Symptombekämpfung”, braucht es ein breiteres Naturverständnis. Das Gute daran: Dieser “neue Pflanzenschutz nach altem Wissen” ist im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig. Er fördert die selbstregulierende Pflanzenvitalität, was weniger kostet und längerfristig weniger Aufwand bedeutet. Blattläuse oder Nacktschnecken kannst du auch mit effektiven und gleichzeitig natürlichen Mitteln aus dem Garten fernhalten, und biologische Düngemittel sind ebenso effizient wie diejenigen auf mineralischer Basis. Wo sich Igel und Co. wohlfühlen, hast du die besten Voraussetzungen geschaffen, dass Schädlinge auf ganz natürliche Weise verschwinden – denn dann kannst du davon ausgehen, dass sich auch Florfliegen und Marienkäfer einfinden. Beide sind berüchtigte Blattlausjäger. Wusstest du, dass ein Marienkäfer täglich bis zu 150 Blattläuse vertilgt – und seine Larven sogar mehrere Hundert, bevor sie sich verpuppen? Tipp: Nützlinge aus dem Garten-Center