Ob auf der Terrasse, dem Balkon oder mitten im Staudenbeet: Wasser hat eine magische Anziehungskraft. Es beruhigt, erfrischt und bringt Leben in den Garten. An heissen Sommertagen stillen Insekten hier ihren Durst und Libellen präsentieren ihre akrobatischen Flugmanöver. Und wenn sich eine Spatzenfamilie zur Gefiederpflege einfindet, ist für Action gesorgt. Nicht zuletzt sind solche Miniteiche mit ihren blühenden Seerosen auch optisch überaus reizvoll und ein gelungenes Gestaltungselement. Das Beste daran: Für eine solche kleine Wasseroase brauchst du keine riesige Fläche oder teure Baumaschinen – ein Holzfass, eine Zinkwanne oder eine Mörtelwanne reichen vom Platz her, und du kannst sie ganz einfach selbst anlegen. Wir zeigen dir, wie du dabei am besten vorgehst. Der perfekte Platz für deinen Miniteich hat Morgensonne und liegt am Nachmittag im Schatten. Licht ist wichtig für das Wachstum der Pflanzen, pralle Sonne solltest du aber vermeiden. Sie fördert den Algenwuchs und lässt das Wasser schneller verdunsten. Egal ob Plastikwanne, Pflanzkübel oder Holzfass, alles, was kompakt und wasserdicht ist, kann sich in ein Minibiotop verwandeln. Wichtig ist, dass das Fassungsvermögen bei mindestens 80 Liter Wasser liegt, denn je mehr Wasser, desto stabiler das ökologische Gleichgewicht. Achte darauf: * Holzfässer müssen immer befüllt sein, sonst werden die Dauben undicht * Zink kann zwar Schadstoffe abgeben, weil jedoch eh regelmässig Wasser nachgefüllt wird, gibt es in aller Regle damit keine Probleme. Ein Miniteich lebt von seiner Bepflanzung – und die Auswahl ist riesig! Kombiniere kleinwüchsige Sumpf-, Moor-, Unterwasser- und Schwimmpflanzen für ein harmonisches Erscheinungsbild. Bei der konkreten Auswahl stehen dir unsere Fachpersonen für Wasserpflanzen gerne beiseite, denn manche Arten, zum Beispiel wuchernde Rohrkolben, werden schnell zu gross. Wie viele Pflanzen du de facto brauchst, richtet sich nach der Grösse des Behältnisses. Beliebte Miniteich-Vertreter sind: * Zwerg-Rohrkolben Wassertiefe bis 20 cm * Froschlöffel max. 30 cm Tiefe * Gauklerblume nur 5 cm Tiefe, mit knallgelber Blüte im Hochsommer * Zwergseerosen achte hier auf schwachwüchsige Sorten * Schwimmpflanzen wie Wasserlinsen, die einfach auf der Oberfläche treiben. Die Pflanzen setzt du in Teich-Pflanzkörbe mit Spezialsubstrat. Damit das Behältnis nicht wegtreibt, beschwerst du es zur Sicherheit mit etwas Kies. So bleibt der Pflanzkorb an Ort und Stelle. Wo der Wasserstand sehr hoch ist, kannst du als Podest einen oder mehrere Ziegelsteine auf den Boden des Teichs legen und den Pflanztopf darauf platzieren. Beim Befüllen des Miniteichs gehst du vorsichtig vor: Lass das Wasser langsam über einen grossen Stein einlaufen, um das Substrat nicht aufzuwirbeln. Wegen seines pH-Werts ist Regenwasser am besten zum Befüllen geeignet In einem kleinen Teich kann das Wasser schnell «umkippen», wenn Algen die Oberhand gewinnen und Sauerstoff knapp wird. Mit diesen Massnahmen hältst du dein Minibiotop im Gleichgewicht: * Wähle einen nicht zu sonnigen Platz für das Teichlein und verwende spezielle Teichsubstrate. * Nutze «EM Keramik Pipes». Diese kleinen Röhrchen verbessern rein biologisch die Wasserqualität mithilfe effektiver Mikroorganismen und wirken über Monate. * Für längerfristige Stabilität sorgen «EM Dangos». Sie fördern das Wasserpflanzenwachstum sowie die nützlichen Teichbakterien und bauen Bodensedimente ab. Damit hemmen sie das Algenwachstum. Beide Produkte kannst du über unsere Pflanzenschutzberatung beziehen Damit die Wasserpflanzen winterliche Frosttage unbeschadet überstehen, musst du den Miniteich schützen. * Lass das Wasser im Herbst bis auf wenige Zentimeter ab und stelle den Behälter in einen möglichst kühlen, aber frostfreien Raum. * Bei wenig Platz oder wenn der Trog zu schwer ist, kannst du das Wasser ganz ablassen (in Holzgefässen muss das Wasser mindestens zur Hälfte auch über den WInter drinnen bleiben) und die Pflanzen mit den Körbchen in einzelne Eimer stellen. Fülle diese bis zur Oberkante mit Regenwasser auf und bringe sie in ein kühles Winterquartier. * Kontrolliere regelmässig, dass die Pflanzen in ihrem Winterlager noch happy ist und dass Wasser nicht ausgeht. * Im Frühjahr, ab April oder Mai, kommen die Pflanzen zurück ins Freie. Bei Bedarf kannst du die sie bis auf 10 cm oberhalb der Wurzeln zurückschneiden. Entferne ausserdem alte Blätter und Pflanzenreste. Frisch umgetopft in Pflanzkörbe mit Teichsubstrat platzierst du sie in den Miniteich zurück. Für Holzfässer gilt: Sie dürfen im Winter nicht austrocknen, sonst werden sie undicht. Andere Behälter solltest du kurz reinigen und trocken im Gartenschuppen überwintern. Damit du deinen Mini-Teich unbehelligt von hungrigen Stechmücken geniessen kannst, musst du ein wenig aufpassen. Die Weibchen der surrenden Plagegeister bevorzugen stehendes Wasser zur Eiablage. Dagegen solltest du: * die Larven regelmässig manuell abfischen * fleischfressende Teichpflanzen wie den «Schwimmschlauch» einsetzen * dich auf Libellen freuen – denn die akrobatischen Flugkünstler sind effiziente Jäger von Stechmücken und deren Larven. * Ab und zu biologische Produkte genen Mückenlarven ins Wasser geben.