*«Kalter Juniregen bringt Wein und Honig keinen Segen», besagt eine alte Bauernregel. Aber wir setzen auf Sonnenschein und blauen Himmel – ganz besonders am Johannistag (24.6.). Dieses christliche Fest hat seine Wurzeln in der vorchristlichen Sonnenwendfeier, und die Pflanzenwelt steht jetzt in voller Pracht. Am Johannitag gesammelte Kräuter gelten als besonders potent – aber auch ausserhalb des Kräutergartens gibt es Arbeit. Hier sind die wichtigsten To-dos für den Juni!* *** Das kannst du im Juni aussäen und pflanzen *** Im Juni kannst du späte Gemüsearten wie Mangold, Stangen- und Buschbohnen, Kopf- und Pflücksalat, Lauch, Stangensellerie, Radicchio, Spätkohlsorten und Randen aussäen. Wer jetzt Grünkohl pflanzt, wird zur Ernte nach den ersten leichten Frösten mit einem besonders aromatischen Geschmack belohnt, denn die Kälte steigert seinen Zuckergehalt. *** Erdbeerzeit! *** Bald sind die ersten Erdbeeren reif – damit die süssen Früchte bei Feuchtigkeit nicht faulig werden, solltest du eine Holzwolle oder Strohunterlage ausbringen. Es lohnt sich, besonders gut tragende Erdbeerpflanzen zu markieren – sie liefern die besten Ableger für die Neupflanzung. *** Ernteüberschuss? Einmachen und trocknen *** Wenn der Garten überquillt, gibt es ein paar einfache Lösungen, um die Ernteflut in sichere Häfen zu geleiten. 1. In Öl einlegen: Vermenge die Kräuter in mildes Oliven- oder Sonnenblumenöl – solcherart aromatisiert, verfeinert es Salate und Marinaden. 2. Kräuterhonig herstellen: Werden Kräuter wie Salbei, Thymian oder Rosmarin in Honig eingelegt, erhält dieser eine süsswürzige Note. Sehr delikat auf einem Butterbrot oder in Tee gelöst. 3. Trocknen: Binde vier bis sechs Triebe zusammen und hänge sie zum Trocknen auf – aber nicht in der prallen Sonne. Bei etwa 25 bis 30°C dauert es einige Tage, bis die Bünde «rascheltrocken» sind. Wenn du sie danach in eine luftdichte Dose verpackst, hält sich ihr Aroma für einige Monate. Du kannst sie aber auch mit einem groben Salz im Verhältnis 1:4 mischen und so dein eigenes Kräutersalz herstellen. *** Futter für Insekten *** Bei vielen Kräutern beginnt die Blütezeit im Mai, einige blühen bis weit in den Herbst hinein. Falls dein Kräutervorrat in der Küche reicht, lass die restlichen Pflanzen blühen - schon bald werden sich die Insekten daran tummeln. Das kommt nicht von ungefähr. Das komplexe Zusammenspiel ätherischer Öle, die für den betörenden Duft der Kräuter verantwortlich sind, soll (auch) bestäubende Insekten anlocken. Kräuter wie Kümmel, Bockshornklee oder der Knoblauchhederich sind ideal, da sie nach der Blüte nutzbare Samen liefern. *** Kräuter vermehren *** Kräuter, die krautige Triebe ausbilden, lassen sich bis auf wenige Ausnahmen gut über Stecklinge vermehren. Dazu schneidest du Ende Frühjahr junge, gesunde Triebe von der Mutterpflanze ab. Je nach Pflanze lässt du oben zwei bis drei Blattachsen oder etwa fünf bis zehn Zentimeter stehen und entlaubst den unteren, gleichgrossen Teil. Diesen stellst du in ein Wasserglas und platzierst es an ein helles Fenster. Tausche regelmässig das Wasser aus. Haben sich Wurzeln gebildet, kannst du den Steckling in Substrat pflanzen. Bedecke das Gefäss mit einer Folie, das erhöht die Luftfeuchtigkeit – die Wurzeln sind noch zu schwach, um die ganze Pflanze mit Wasser zu versorgen. Nach zwei bis vier Wochen kannst du die Folie entfernen und den Steckling in Erde topfen. *** Wild- und Wiesenkräuter *** Bärlauch, Löwenzahn und Brennnessel kennen viele als Saucen-, Salat- oder Teebestandteile. Doch unsere Wiesen und Wälder bieten eine Fülle an anderen essbaren Wildkräutern. Oft kommen Wildkräuter auch als Spontanvegetation im eigenen Garten auf oder lassen sich aus Samen ziehen. *** Verblühtes abschneiden, ja oder nein? *** Schwertlilien und Pfingstrosen sind jetzt verblüht - schneide die Blütenstängel heraus, damit die Pflanze ihre Kraft nicht in die Samenbildung steckt. Anders verhält es sich bei Ein- und Zweijährigen wie Goldlack, Vergissmeinnicht oder Stiefmütterchen: Hier dürfen die Samen ausreifen, damit sich die Pflanzen durch Selbstaussaat vermehren. 1. Besonders in Phasen von regnerisch kühler Witterung solltest du die Tomatenpflanzen wöchentlich mit Schachtelhalmextrakt besprühen, sodass sie natürlich robust gegen Krautfäule sind. 2. Wenn es hingegen heiss und trocken ist, solltest du die Tomatenpflanzen mit dem Spurenelement Calcium versorgen. Das beugt der Blütenendfäule vor. 3. Die Seitentriebe werden nur bei unbegrenzt wachsenden Stabtomaten (man spricht auch von “indeterminierten Sorten”) entfernt. Strauchtomaten, Wildtomaten und kompakte Balkontomaten benötigen kein Ausgeizen - oder lediglich das Entfernen von zu dicht wachsenden Seitentrieben. 4. Bei den Stabtomaten entfernst du zu Beginn der Wuchssaison regelmässig die Seitentriebe. Ab dem Hochsommer kannst du den einen oder anderen Geiztrieb stehen lassen. Die Pflanze wird es dir danken, denn dies vergrössert die Assimilationsfläche. 5. Ab Mitte August kappst du den Haupttriebe im oberen Bereich. So kann die Pflanze ihre Energie in die Ausreifung der noch grünen Tomaten stecken. *** Sommerlicher Staudenschnitt: 2 Tipps *** 1. Im Frühsommer sind im Staudenbeet bereits die ersten Pflanzen am Abblühen. Jetzt lohnt es sich, mutig mit der Schere zur Tat zu schreiten. Viele «remontierenden » Staudenarten (aus dem französischen für «wieder aufsteigend») veranlasst der bodenebene Rückschnitt zur Nachblüte. Besonders gut funktioniert das z. B. bei Rittersporn, Gartensalbei, Katzenminze, Frauenmantel und Storchschnabel. 2. Bei anderen Arten will man quasi das Gegenteil erreichen. Der Rückschnitt vor der Samenbildung soll ihr unkontrolliertes Ausbreiten verhindern. Einige Stauden wie z. B. Moschus-Malve, Baldrian oder einige Mutterkraut- und Lerchensporn-Arten sind ziemlich undiszipliniert und können geplante Strukturen oder Gartenbilder arg zerzausen.