Blumenwiesen liegen voll im Trend – und zwar aus gutem Grund. Mit ihrer immensen Artenvielfalt bieten sie unzähligen Insekten, Schmetterlingen und Wildbienen einen wertvollen Lebensraum. Ob für trockene oder feuchte Standorte, ob für Dachgärten oder als Blühstreifen, inzwischen gibt es für jede Region und jeden Standort die passende Saatgutmischung. Am schönsten entwickeln sich Wildblumenwiesen an sonnigen Standorten mit einer dünnen Humusschicht. Ein künstliches Abmagern durch das Einarbeiten von Sand ist aufwändig – besser ist es, die Wiesengesellschaft auf die vorhandenen Bodenverhältnisse abzustimmen, denn nur so wird sie dauerhaft funktionieren. Bitte beachten: Eine Blumenwiese ist ein sehr komplexe Artengemeinschaft, welche sehr sensibel ist und sich in einem Prozess über mehrere Jahre entsprechend den individuellen Standortbedingungen langsam etabliert. Dieser Prozess bedingt Geduld, Umsicht und in den ersten Jahren auch akzentuierte Pflege. Damit die Blumenwiese gut anwächst, musst du die alte Pflanzengesellschaft vor der Anlage gründlich beseitigen, am besten durch Abschälen oder Fräsen. Nach zwei bis drei Wochen kannst du die aufkeimende Spontanflora mit Rechen oder Kräuel beseitigen – falls nötig, diesen Schritt später nochmal wiederholen. Nach etwa einem Monat hat sich der Boden abgesetzt. Jetzt lockerst du ihn ein letztes Mal oberflächlich auf. Dann kann die Aussaat beginnen. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist zwischen April und Mitte Juni. Zu frühes oder zu spätes Säen kann dazu führen, dass sich Gräser zu dominant entwickeln oder einzelne Arten verloren gehen. Die Samen bringt du in zwei Arbeitsgängen aus, einmal längs und einmal quer. Anschliessend wird die Fläche gewalzt oder gut angeklopft, damit die Samen Bodenkontakt haben. Die meisten Wiesenblumen keimen innerhalb von 1 bis 3 Monaten, doch ihre volle Blüte entfalten sie erst nach dem ersten Winter. Im ersten Jahr sieht die Fläche also noch recht unscheinbar aus. Zwischen den Wiesenblumen und -Gräsern entwickelt sich rasch Unkraut resp. unerwünschte Pflanzen, welche die erwünschten, langsamer wachsenden Arten verdrängen und behindern. Diese müssen in den ersten 1-3 Jahren nach der Neusaat immer wieder mechanisch reduziert resp. gejätet werden.Der erste Säuberungsschnitt erfolgt nach etwa zwei Monaten, wenn das Gras oder Unkraut kniehoch gewachsen ist. Das Schnittgut musst du immer abführen, damit der Boden nicht zu nährstoffreich wird. Je nach Bodenbeschaffenheit oder Nährstoffversorgung kann es sein, dass im ersten Jahr mehrere Schnitte nötig sind. Nach dem Winter gibt es einen weiteren Säuberungsschnitt mit der «Sägesse» oder dem Balkenmäher – das Messer solltest du auf 10 cm Höhe stellen. Der erste Heuschnitt erfolgt ein paar Wochen nach dem Verblühen der Margeriten. Wichtig: Lass das gemähte Heu drei Tage auf der Fläche liegen , damit die Samen ausfallen können und sich die Blumenwiese weiter verbreitet. Auch bei Blumenrasen braucht es in den ersten Jahren Geduld – mit den Jahren wirst du belohnt. Der erste Schnitt sollte Ende April erfolgen, wie beim Säuberungsschnitt mit einem möglichst hoch gestellten Rasenmäher. Am besten gedeiht der Blumenrasen, wenn du ihn bis zu den Sommerferien drei- bis viermal und danach noch zwei- bis dreimal schneidest. So wächst der Blumenrasen schön dicht und wird zum Paradies für Insekten.