AB OKTOBER WERDEN DIE NÄCHTE LÄNGER UND KÄLTER. HÖCHSTE ZEIT, DEINEN GARTEN AUF DIE WINTER VORZUBEREITEN! MIT EIN PAAR MASSNAHMEN ÜBERSTEHEN DEINE SENSIBLEREN PFLANZEN DIE FROSTIGEN MONATE BESSER. Das geht – und zwar ganz einfach. Sei einfach faul …. Herbstlaub beispielsweise kannst du in den Beeten liegenlassen. Es isoliert den Boden, schützt vor Frost und dient als Mulch. Empfindliche Pflanzen kannst du mit einem Laubhaufen schützen. Dazu schichtest du die Blätter etwa 10 bis 20 cm über die Pflanze. Damit Winterstürme den Haufen nicht zerstieben, kannst du ihn mit Reisig oder Ästen beschweren. Es sind nicht die tiefen Temperaturen, welche schädlich sind, sondern abrupte Temperaturwechsel, besonders, wenn nach frostigen Winternächten die Wintermorgensonne auf tiefgefrorene Pflanzenteile brennt oder wenn eisiger Wind stark austrocknet. Somit geht es bei der Umhüllung zum Winterschutz weniger ums Wärmen, als um das Erreichen von ausgeglichen Bedingungen, unter welchen Temperaturen langsam fallen und vor allem nicht zu abrupt anspringen. Verwende luftdurchlässige Materialien wie Vliese, kein Plastik. Sie schattieren, mildern Temperaturwechsel und schützen die Pflanzen vor eisigen Winden. Deshalb solltest du das Grün nicht schon im September einpacken, sondern erst, wenn die Temperaturunterschiede besonders ausgeprägt sind – in unseren Breitengraden meist im Januar und Februar. Ganz klar: die Pflanze! Der Topf ist je nach Material frosthart oder nicht. Pflanzen reagieren sensibler. An dem einen Standort kann eine bestimmte Art winterhart sein und unmittelbar daneben erfrieren. Indem du sie einpackst, reduzierst du das Risiko eines Winterschadens speziell bei exponierten Pflanzen. Pflanzen in Gefässen, die im Freien überwintern, sind besonders empfindlich. Schütze sie, indem du sie an einen schattigen Platz ohne Wintersonne platzierst, etwa hinter einer Hecke oder Mauer. So kann die Wintersonne die oberirdischen Triebe nicht aktivieren. Das minimiert auch die Frosteinwirkung auf die Gefässe. Die Rinde junger Zier- und Obstbäume reisst bei Frost und starker Sonneneinstrahlung leicht. Das verhinderst du, indem du den Stamm mit Jutestreifen einwickelst oder mit einem weissen Stammanstrich behandelst. Es ist dekorativ und schützt ihren Horst im Sinne eines Regenschirms vor Nässe und damit vor Fäulnis. Im Winter trocknet das Zentrum der Gräser schlecht ab und die Gräser können in der Mitte absterben. Durch Hochbinden oder indem du die Halme ineinander verflechtest, lässt sich das verhindern. Die Methode empfiehlt sich für alle Arten – Zwerggräser ausgenommen. Das kommt in erster Linie auf die Region an, in der du wohnst, sowie auf die Besonnung in den frühen Wintermorgenstuden. Wo Frost ausgeprägter ist sowie die Pflanzen der Wintermorgensonne ausgestzt sind, solltest du sensible und immergrüne Laubgehölze, die ursprünglich aus fernen Ländern stammen, einpacken. Dazu gehören Glanzmispeln, Kamelien, Duftblüten oder Portugiesischer Lorbeer. Das Vlies schützt vor Wind und Wintersonne. Bei Rosenstämmchen solltest du die Veredlungsstelle – sie liegt direkt unter der Krone – zum Schutz vor Wintersonnenbrand und Austrocknung einpacken. In rauen Lagen ist es ratsam, auch die Krone in einen Jutesack zu packen. An der Veredelungsstelle polsterst du ihn mit Stroh oder Holzwolle aus und bindest ihn unterhalb der Veredelungsstelle nicht zu fest mit einem breiten Band zu. Pflanzen, welche über den Winter ihr Laub oder die Nadeln nicht abwerfen, unbedingt! Pflanzen verdursten schneller, als man denkt – insbesondere immergrüne Stauden und Gräser in Gefässen. Sie sind auch im Winter auf Wassergaben angewiesen. Die Wintersonne aktiviert die oberirdischen Triebe, diese beginnen Wasser zu verdunsten, können aber keines nachziehen, da der Boden gefroren ist. In der Folge vertrocknen die Pflanzen. Speziell wenn auf frostige Nächte sonnige Wintertage folgen, sind dir Immergrüne wie Schleifenblume (Iberis), Lavendel (Lavandula) und Palmlilie (Yucca) dankbar für eine Wassergabe. Dasselbe gilt für andere Gartenstauden, die längeren Trockenphasen ausgesetzt sind. Auch hier ist wichtig: Nur an milden, frostfreien Tagen wässern. Die Herausforderung ist die Geschwindigkeit und Intensität von Temperaturunterschieden sowie der Luftfeuchtigkeit. Wenn Temperaturen gemächlich fallen und nur langsam wieder ansteigen, ertragen Südländerpflanzen auch tiefere Temperaturen. Um Temperaturen von 5°C wird es kritisch. Ab Oktober ist es an der Zeit, sie in geschützte Winterquartiere zu bringen. Tipp: In Überwinterungszelten passt es für Palmen, Olivenbäume und Lorbeerbäumchen – aber nicht für Zitrusgewächse und Enziansträucher. Für diese ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, die sich unter dem Kunststoffdach ansammelt. Idealerweise bietest du Solanum, Zitrusgewächsen, Oleander, Agaven etc. einen Standort in einem ungeheizten, eher schattigen Wintergarten an. Dort herrschen idealerweise Temperaturen um die 5 °C. Schneide blühende Exoten vor dem Umzug zurück (ausser Oleander). Um sicher zu gehen, dass Läuse oder Spinnmilben die Pflanzen im Winterlager nicht plagen, kannst du die grünen Schönheiten mit biologischen Ölpräparaten behandeln. Unter dem feinen Film ersticken die Schädlinge. Wichtig ist die Belüftung. Zelte und Wintergärten solltest du regelmässig lüften, damit sie sich nicht zu sehr aufheizen und die Luftfeuchtigkeit niedrig bleibt. Auch sollten diese eher schattig stehen, dass es darin keine allzu akzentuierten Temperatursprünge gibt. Jein. Das Laub der meisten Zwiebelpflanzen ist bereits eingezogen. Die Madonnenlilie hingegen ist wintergrün – sie wird es dir danken, wenn du sie vor Sonne und Wind mit Tannenreisig schützt. Bei allen Zwiebelpflanzen musst du darauf achten, dass Niederschlagswasser gut ablaufen kann, denn Staunässe führt zu Fäulnisschäden. Wintergrüne Stauden wie Blaukissen, Bergenie oder Purpurglöckchen sind hart im Nehmen. Eine Abdeckung könnte ihnen sogar schaden, da sie Fäulnis und Pilzbefall begünstig. Erst wenn langanhaltende Kälteperioden drohen, solltest du Massnahmen ergreifen.