Los wird man sie nicht. Der Blattfrass kann jedoch im erträglichen Mass gehalten sowie Wurzelschäden verhindert werden. Der Dickmaulrüssler ist ein hartnäckiger Pflanzen-Lästling, der in einem milden Frühjahr schon ab Mitte März im Garten unterwegs sein kann. Als «Einzeltäter» ist der Käfer, der bei genauer Betrachtung mit seinen staksigen Beinen eigentlich sehr hübsch ist, keine Gefahr. Er verantwortet lediglich ästhetisch störende Blattschäden. Hinzu kommt: Für Tiere wie Spitzmaus und Igel, Maulwurf, Erdkröten, Vögel und Eidechsen, aber auch Laufkäfer, Tausendfüssler und Spinnen ist er eine Nahrungsquelle. Ihm kommt also eine wichtige Funktion im Gartenkreislauf zu. Dein Ahorn ist tatsächlich von Mehltau befallen. Wie stark sich der Befall entwickelt, ist je nach Witterung unterschiedlich ausgeprägt: In manchen Jahren ist es schlimmer, in anderen bleibt der Baum verschont. Zum Glück ist der Mehltau für den Ahorn kein ernsthaftes Problem – es ist eher ein ästhetisches Problem. Das eigentliche Problem lauert woanders, nämlich im Boden: Im Wurzelbereich der Pflanzen sind seine Larven ganz erpicht darauf, sich in Käfer zu verwandeln. Ab Ende April ist das so weit. Diese flotte, noch nicht erwachsene Larvengeneration musst du im Auge behalten. Sie knabbert die Pflanzenwurzeln an und kann die Pflanze unter Umständen absterben lassen. Aber es gibt sehr effektive und biologische Gegenspieler, und zwar Nematoden. Diese mikroskopisch kleinen Fadenwürmer suchen die Larven im Boden auf, dringen in sie ein und parasitieren sie. Als Folge sterben Larven wie Nematoden ab – und deiner Pflanze fühlt sich wieder pudelwohl. * Sie werden im Herbst ab Ende September sowie im Frühjahr ab Mitte April ausgebracht. Die Bodentemperaturen müssen unbedingt dauerhaft über 10 bis 12 Grad liegen, sonst funktioniert es nicht. * Du mischt die Nematoden mit Wasser und begiesst die Brutstätten resp. gefährdeten Pflanzen. Wichtig ist, dass der Pflanzkübel oder das Erdreich rund um die befalle Pflanze während ca. Einer Woche nach dem Ausbringen feucht sind – andernfalls können sich die Nematoden nicht bewegen und keine Larven finden. * Vorsicht, die Käfer sind nachtaktiv und wanderfreudig. Deswegen solltest du deine Nachbarn bitten, bei der Aktion mitzumachen – sonst finden die flinken Käfer schon bald den Weg zurück in deinen Garten. * Ab Mai kannst du zusätzlich beimpfte Holzplättchen in der Nähe der befallenen Pflanzen auslegen. Sie sind mit anderen Nematoden versehen, welche helfen, die Käfer zu dezimieren. Etwa sechs Wochen sind sie wirksam; bis etwa September kannst du sie verwenden. Um den Lästling einzudämmen, kann es schon reichen, gegen seine gefässigen Larven vorzugehen. Bei weniger empfindlichen Pflanzen sind kleinere Schäden eigentlich kein Problem – und vergiss nicht, wie viele andere Tiere ihn als Nahrungsquelle nutzen. Bei Ziergehölzen, die optisch für einen maximalen Oho-Effekt sorgen, solltest du vielleicht gezielter eingreifen. Und weil Dickmaulrüssler mühelos von Garten zu Garten wandern, als Reminder: Gehe das Thema im Team mit deinen Nachbarn an. Gemeinsam ist es sehr viel leichter, eure schönen Pflanzen vor frisch «eingezogenen» Dickmaulrüsslern zu schützen. Während der Anwendungszeit sind die Nematoden im Garten-Center-Meier erhältlich. Wann genau – unsere Profis von der Pflanzenschutzberatung wissen es. Die Larven des Dickmaulrüsslers werden gerne mit Engerlingen verwechselt. Der Grössenunterschied ist jedoch offensichtlich, Dickmaulrüsslerlarven sind viel Kleiner als die Engerlinge des Rosenkäfers oder des Maikäfers. Also einfach genau hingucken!