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Bereit für den Frost: 10 Fragen zum Winterschutz

21.10.2021

Ab November werden die Nächte länger und kälter. Höchste Zeit den Garten auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Unsere Fachspezialisten geben Antwort auf 10 Fragen zum Einwintern.

1. Warum werden Rosenbäume eingewickelt?

Rosenbäumchen sind veredelt: Krone und Stamm stammen folglich von anderen Pflanzen. Die Stelle, an denen die beiden Pflanzenteile aufeinandertreffen, ist anfällig. Also packt man sie in ein Vlies.

Aber Achtung: Schichtet sich auf der Haube viel Schnee, wird die Last mitunter dermassen gross, dass der Stamm bricht. Deshalb sollten Sie die Bäumchen nicht nur schützen, sondern auch stützen: mit einem Pfahl.

Ein guter Winterschutz für Rosen ist, wenn Sie sie mit «Or Brun» oder Gartenkompost 5–10 cm anhäufeln. An exponierten Stellen ist es empfehlenswert, die Rosen mit Tannenzweigen vor der Wintersonne zu schützen.

Rosenbäumchen: Gut geschützt mit luftdurchlässigem Vlies. 
Rosenbäumchen: Gut geschützt mit luftdurchlässigem Vlies.

2. Wie schütze ich Pflanzen, ohne einen allzu grossen Aufwand zu betreiben?

Lassen Sie im Herbst das Laub im Garten liegen. Räumt man die Blätter weg, gefriert der Boden schneller durch. Auch Mulchen hilft. Schichten Sie das Laub etwa 10 bis 20 Zentimeter über empfindliche Pflanzen. Dann legen Sie etwas Reisig darauf, damit die Winterstürme die Blätter nicht wegtragen, fertig.

Noch ein Tipp: Pflanzen in Gefässen, die im Freien überwintert werden, werden besonders von abrupten Temperaturwechseln überfordert. Daher empfehlen wir einen schattigen Überwinterungsstandort zu wählen, mindestens ohne Wintermorgensonne.

3. Was gilt es beim Einpacken zu beachten?

Verwenden Sie möglichst luftdurchlässige Materialien. Vliese schützen die Pflanzen vor eisigen Winden, im Gegenzug funktionieren sie wie ein Treibhaus. Deshalb sollte man das Grün nicht bereits im September einpacken, sondern erst, wenn die erste Frostperiode angesagt ist.

Die Rinde junger Zier- und Obstbäume reisst bei Frost und starker Sonneneinstrahlung leicht. Um sie zu schützen, können Sie den Stamm mit Jutestreifen einwickeln.
Die Rinde junger Zier- und Obstbäume reisst bei Frost und starker Sonneneinstrahlung leicht. Um sie zu schützen, können Sie den Stamm mit Jutestreifen einwickeln.

4. Wer braucht mehr Schutz der Topf oder die darin wachsende Pflanze?

In jedem Fall die Pflanze. Das Gefäss ist entweder frosthart oder nicht. Da gibt es kein halb halb. Bei den Pflanzen hingegen schon. Eine bestimmte Pflanze kann an einem Standort winterhart sein und unmittelbar daneben erfrieren. Das Einpacken hilft, das Risiko des Winterschadens bei sensiblen oder exponierten Pflanzen zu reduzieren.

5. Gräser werden zusammengebunden. Weshalb?

Um sie vor Nässe und damit vor Fäulnis zu bewahren. Im Winter trocknet das Zentrum der Gräser schlecht ab und die Gräser sterben in der Mitte ab. Hochbinden verhindert dieses Malheur. Die Methode empfiehlt sich für alle Arten, Zwerggräser ausgenommen. 

6. Welche Pflanzen müssen unbedingt eingepackt werden?

Immergrüne Laubgehölze, die ursprünglich aus fernen Ländern stammen. Z.B. Glanzmispeln, Duftblüten oder Portugiesischen Lorbeer etc. Ein Vlies schützt das Blattwerk vor dem Wind und der Wintersonne. Dadurch wird die Wasserverdunstung gehemmt. Die Pflanzen geraten weniger schnell in Not. Denn im gefrorenen Boden können sie kein Wasser aufnehmen.

7. Muss man Pflanzen im Winter wässern?

Auf jeden Fall – insbesondere immergrüne Pflanzen in Gefässen. Sie sind auch im Winter auf unsere Wasserversorgung angewiesen. Dasselbe gilt für die anderen Topfkulturen, die längeren Trockenphasen ausgesetzt sind. Wichtig: Immer nur an milden, frostfreien Tagen wässern. Sonst können die Wurzeln das Wasser nicht aufnehmen.

Zitruspflanzen einwintern

8. Oleander, Zitruspflanzen, Olivenbäume und Palmen: Wie viel Kälte vertragen die Südländer?

Gewächse aus den Tropen, etwa Tempelblumen, leiden bereits bei +10°C. Der Grossteil der Südländer verträgt Kälte um +5 bis +6 °C. Fällt das Thermometer darunter, wird es für sie eng. Das ist meist im Oktober der Fall. Sie können sie beispielsweise in Zelten warm halten. Diese taugen für Palmen, Olivenbäume und Lorbeerbäumchen – aber nicht für Zitrusgewächse und Enziansträucher. Für diese ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, die sich unter dem Kunststoffdach ansammelt.

9. Alle anderen Exoten müssen ab in die Wärme?

Genau. Idealerweise kann man Solanum, Zitrus, Oleander, Agaven etc. einen Standort in einem ungeheizten, eher schattigen Wintergarten anbieten. Dort herrschen ideale Temperaturen um die +5 °C. Blühende Exoten werden vor dem Umzug zurückgeschnitten: ausgenommen der Oleander. Danach werden sie mit biologischem Winteröl behandelt. Unter dem feinen Film ersticken Läuse und andere Parasiten. Wichtig ist auch die Belüftung. Zelte und Wintergärten sollten täglich gelüftet werden, damit sie sich nicht zu sehr aufheizen und die Feuchtigkeit in der Luft nicht zu hoch wird.

EXPERTENTIPP

«Pflanzen brauchen Licht – wer ihnen im Winterlager keinen Fensterplatz anzubieten hat, kann auf LED-Lampen ausweichen, wie sie im Handel zu finden sind. Wichtig: Olivenbäume, die eingepackt draussen überwintert haben, nie bei sonnigem Wetter auspacken. Am besten bei einer Mehrtagesprognose mit bewölktem Wetter. Ansonsten verlieren sie schnell ihre Blätter.» 

10. Brauchen Zwiebelpflanzen Winterschutz?

Das Laub der meisten Zwiebelpflanzen ist bereits eingezogen. Die Madonnenlilie ist aber wintergrün, sodass sie vor Sonne und Wind mit Tannenreisig geschützt werden muss. Bei allen Zwiebelpflanzen ist im Winter auf ein gutes Ablaufen der Niederschläge zu achten, denn Staunässe führt zu Fäulnisschäden.

 
 

Noch weitere Fragen? Lassen Sie sich bei uns im Garten-Center beraten oder stellen Sie uns Ihre Gartenfrage.

Die Blüten und Stängel von Stauden und Gehölzen bieten Vögel im Winter Nahrung und Insekten ein Winterquartier.
Die Blüten und Stängel von Stauden und Gehölzen bieten Vögel im Winter Nahrung und Insekten ein Winterquartier.
 
 

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